Mein wilder, wilder Garten

– ein Blog zur Geschichte eines mittelfränkischen Dorfes –
von Drahnreb Mieh

Eintrag vom 26.05.2022

Im Jahr 1834 und auch in  den folgenden Jahrzehnten bis etwa 1960 war mein Garten noch Ackerland.  Er liegt südlich des Donnersberges, damals Teil eines gemeindeeigenen Weidegebietes mit einem Felsenkeller des ehemaligen mit Schank- und Braurecht ausgestatteten Gasthauses „Zur Krone“. Östlich meines heutigen Gartens lagen 1834 die gerade erst von der Gemeinde Geslau  verteilten Äcker  der „Gemeindetheile“.

Lage meines Garten  Teil des Flurstückes zu „Haus 39“ gehörend. Wenn ihr mehr sehen wollt, dann wechselt in der Karte zum Bayernatlas und wählt dort das Thema „Zeitreise“

Östlich der  Gemeindeteile befanden sich die Straßenäcker, einer bereits seit dem Mittelalter genutzten Handelsstraße von Rothenburg o d. T , die von der Neusitzer Steige (Rote Steige) kommend nach Colmberg und weiter über Ansbach bis nach Nürnberg führte.

Meine Denkweise über Siedlungen und Gärten ist stark geprägt von Dieter Wielands Filmen und meiner verstorbenen Banknachbarin in der 12.  un13. Jahrgangsstufe am Schöborngymnasium in Würzburg.

Zum Einen: Grün kaputt


und zum Anderen:  „Unser Dorf soll hässlich werden“



Solltet ihr nach Geslau kommen, dann könnt ihr feststellen, dass die vorgestellten Beispiele kaum zutreffen.

Eintrag vom 27.05.2022

Zu meiner Banknachbarin am Schönborngymnasium. Sie kam aus einem Dorf, keine 10 km entfernt von Würzburg, ich aus dem Zentrum von Würzburg, einer Großstadt im Ländlichen Raum. Sie erzählte oft davon, wie sehr sie es liebte den Jugendtreff am Dorfbrunnen zu besuchen und nicht in Würzburg zu leben. Manchmal trugen wir ohne uns abzsprechen die gleichen Farben der Kleidung. Auf jeden Fall  fasste ich  insgeheim den Entschluss, einmal nicht in einer Großstadt zu leben.

Dieses Vorhaben ist mir gelungen, an allen Orten meiner Beschäftigung nach meiner Referendarzeit.

Aber nun zurück zu „Meinem Garten“  – irgendwann werde ich Photos zeigen.
Er hat einen Boden aus tonigem Substrat, der in trockenen Sommern zentimeterdicke Trockenrisse aufweist. Im  Frühjahr und Herbst, bei Dauerregen dagegen verwandelt er sich in einen schmierigen  Untergrund. In der Phase der Bauzeit habe ich schon Betonmischer „Tanzen“ gesehen.


Wenn Du zum Bayernatlas wechselst, kannst Du über die Farben ingenieurgeologische Informationen bekommen.

Was es mit diesem Symbol auf sich hat erfährst Du dort

In Geslau gibt es tagaktive Nachtfalken.
Das sind keine Vögel.

Wettbewerb beendet

mit einer
richtigen Definition der tagaktiven
Nachtfalken ,heute, 27.5.2022 zwischen 7.00 Uhr und 18.00 sendet
gewinnt ein Exemlar von

Auflösung in der nächsten Folge

Ergänzung zu Grün kaputt: Alexandra (1968): Mein Freund der Baum

 


Eintrag vom 29.05.2022


Der Nachtfalke (Originaltitel: Midnight Caller) ist der Titel einer US-amerikanischen Fernsehserie aus den Jahren 1988 bis 1991. Insgesamt wurden in drei Staffeln 61 Folgen mit jeweils etwa 45 bis 50 Minuten Länge gedreht. Die Erstausstrahlung erfolgte in den Vereinigten Staaten am 25. Oktober 1988 bei NBC. Die deutsche Erstausstrahlung war am 28. März 1990 im ZDF.“((https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Nachtfalke)

Der Nachtfalke ist also jemand, der sich für andere einsetzt und das zu nächtlicher Zeit. Unsere „tagaktiven Nachtfalken“ sind dementsprechend

der je nach Zeitraum bestehende „Helferkreis“ oder auch der „Asylkreis“

Heute entfällt die Fortsetzung  zu „Meinem wilden, wilden Garten“, es ist Sonntag!
Eine Folge von „Der Nachtfalke“ im Original (amerikanisch)

Trailer deutsch
(funktioniert trotz der Anzeige)

Eintrag vom 30.05.2022

In der Natur gibt es in unserer Klimazone keine ebenen Flächen, alles ist reliefiert. Auf Reisen finden wir fast ebene Flächen, beispielsweise das Plateu von Tademait in Algerien, das auf 400 Kilometer außer dessen Ränder nur geringe Reliefunterschiede aufweist, langweilig. Der heimische Garten aber muss „bretteleben“ und pflegeleicht sein.

„Mein wilder, wilder“ Garten weist Reliefunterschiede auf, hat Dellen. Sie stammen teils von den „tanzenden Betonmischern“, teils von späteren Befahrungen. Meine Frau, der ich viel verdanke und die ich als Neusigle beim Tanzen kennengelernt habe, tut sich schwer den Rasen zu mähen. Teilweise hat mein Rasenmäher Probleme mit dem Befahren, ein relativ neuer hat jüngst einen Kolbenfresser bekommen und den Geist aufgegeben. Aber Rasenmäher sollen den Rasen mähen und nicht der Rasen den Rasenmäher schonen. Natürlich plage ich mich beim Mähen, aber nicht so wie in den Gärten in Würzburg, in denen ich aufgewachsen bin. Zu besten Zeiten wuchsen da vierzehntausend Tulpen, die mein Vater, ein gelernter Kunstschlosser, der später in einem großen Industrieunternehmen arbeitetete in seier Freizeit erst auf dem Markt später in Gaststätten verkaufte.Dies Gärten am Steinberg waren wirklich steil und das Rasenstück war im ebenen Vorgarten.

Eintrag vom Samstag, 04.06.2022

In der Umgebung meines Dorfes gibt es Trockenrasen und Feuchtwiesen.

Mein wilder wilder Garten sollte die Blütenpracht beider besitzen. Besonders beindruckt hat mich die der sogenannten „Cadolzhofer Hut“, einem Naturschutzgebiet auf der Frankenhöhe östlich von Rothenburg.

Einen Eindruck von meiner „zweiten Heimat“ möchte ich mit meinen Lesern teilen


 

Eintrag vom 08.06.2022

 

Meine Mutter im Garten meines Vaters am Steinberg in Würzburg  wohl in den späten 50er Jahren, als der Tulpengarten noch eine vage Idee war.

Mein wilder, wilder Garten: Anfangs blieb unser Haus aus Mangel an Geld unverputzt, und auch der Garten verblieb in seinem urspeünflichen Zustand: ein riesiggroßer Berg von restlichem Aushub, des angeblich fruchtbaren Oberbodens. Die Drainage des Hauses sollten nicht irgendwelche käuflichen, für mich häßliche weiße „Kieselsteine“ bilden, sondern zur Landschaft passen. Also entschloss ich mich für braune Steine des Schilf- und Blasensandsteins, die zu jener Zeit vor fast vierzieg Jahren, reihenweise aus dem Abbruch von Häusern oder Nebengebäuden als Abraum auf unsere Bauschuttdeponie gefahren wurden. Obwohl ich vorher beim Deponiewart, dem Bruder unseres Bürgermeisters und späteren Landrates nachgefragt hatte, wurde ich von einem Mitglied des Gemeinderates erwischt, der meinte ich wolle illegal Schutt entsorgen. Aufgrund meiner Auskunft, ich woll hier nichts „hinbringen“, sondern mit „Genehmigung“ holen und einem Blick in meinen Ford-Bus, der voller Steine lag, ließ er uns gewähren. Diese Steine sind heute noch vorhanden und dienem dem ursprünglich beabsichtigten Zweck und dem Bau der Umrandung eines später errichteten Schwimmbeckens… Ich muss unterbrechen, denn unsere nunmehr dritte Katze blockiert die „Maus“ und will mitschreiben. Sie hat viele Merkmale einer Wildkatze und sollte, auf einem Misthaufen gefunden, ersäuft werden.

Eintrag vom 11.06.2022


Anfangs legte ich in meinem wilden, wilden Garten ein Sonnenblumenfeld an. Dazu stach ich den halben Garten mit dem Spaten um. Als der Boden getrocknet war, holte ich mir von meinen Eltern eine alte schwere Gartenhacke. Aber der Boden war so schwer, dass die Gartenhacke wie eine  Gazelle  in der Serengeti über meinen Gartenboden sprang. Trotzdem habe ich dann Sonnenblumensamen gesät und im folgenden Jahr hatten wir beständig Schnittblumen. – Lange ist es her.

Eintrag vom 12.06.2022

Heute zeige ich Euch ein Bild aus meinem Garten

Es sind Rosen aus dem Garten meines Vaters. Sie blühen üppig, in manchen Jahren kommt es sogar zu einer zweiten Blüte. Rechts daneben, ein altes Brett, der Lieblinskratzplatz meines die Tastatur quälenden Katers.

Die Rosen sind keine Edelrosen – sondern offensichtlich nahe Verwandte der Hundsrose. Diese ist (auch) hier in näheren Umgebung vertreten und blühen im Augenblick im Naturpark Frankenhöhe bei Flachslanden die durch Wälder führen die Straßen säumen. Auf Trockenrasengebieten bedrohen sie allerdings die Existenz der ehemaligen Weidegebiete. Sie liefern mit ihren Früchten die Basis für leckere Marmelade. Aber wer macht das heute noch selber?

Tja, wenn ich in dem Tempo weiterschreibe, komme ich nie zum Ende. Wie steht in dem Blog-Titel – „Geschichte eines fränkischen Dorfes“. Ab heute ziehe ich dazu ältere von mir geschriebene Seiten mit dazu heran und verlinke diese bei jedem Beitrag. Dies Beiträge habe ich bei Urlauben in Ungarn geschrieben, in einer der ärmsten Gegenden Ungarns, in einem Wohnwagen auf dem Grundstück eines alten Hauses von Verwandten. Diese wollten es als Altersitz ausbauen. Aber …

Zur Geschichte von Geslau, kapitelweise, weil wir heute nur noch kurze Texte lesen können. Lest bitte nur die jeweilige Seite – sie ist lang genug. Ich führe Euch in den folgenden Blog-Beiträgen durch einen Teil meiner Seiten – einer ganz anderen Art des „wilden, wilden Gartens“

Eintrag vom 18.06.22

Gestern hat meine Frau einem für mich sehr schönen Busch das Garaus gegeben, die ich als rotblättrige Variante der Tollkirsche erkannte. Die Tochter meiner Frau hat sie im Vorgarten jahrelang gehegt und gepflegt. Nun trug der Baum zum ersten Mal Früchte. In einer Siedlung, in der zu Schulzeiten Kinder auf Ihrem Schulweg von echten Kirschen naschen, geht die Existenz einer solchen Pflanze überhaupt nicht.

Außerdem ist eine große Hitze mit Mittagstemperaturen über 30° C.

Ich verstehe die Spanier, die in den frühen Morgenstunden die Geschäfte öffnen, über Mittag bis ca. 17.00 Uhr oder auch bis 19.00 Uhr eine „siesta“ einlegten.  Von da an ist bis 23.00 Uhr oder auch Mitternacht Geschäftigkeit, die Bars sind voll, das Leben quirlt. Zumindest war es bei meinen mehr als 30 Jahre zurück liegenden Aufenthalten so. Was machen wir in Deutschland?  Wir verlängern die Geschäftszeiten ohne sie über den Mittag einzuschränken. Auch als ich in mein Dorf zog, wurden manche Geschäfte erst wieder gegen 15.00 geöffnet. Dann hat sich dies mit den bei uns aufkommenden stromfressenden Klimaanlagen auch geändert.

Zum Klima in vergangenen Zeiten in Westmittelfranken:

In meinem Dorf ist jemand auf die Idee gekommen frisches „Hofeis“ auf einem zu einer Ruheoase umgebauten Vorplatz in einer Art Selbstbedienung anzubieten. Welch herrliche Idee – das bringt Lebensqualität.

Eintrag vom 22.06.22

Mein wilder, wilder Garten ist in die Jahre gekommen, genauso wie das Haus. Wegen bevorstehender Arbeiten am Haus musste der wilde, wilde Garten gestutzt werden. Da fiel eine Menge Abfall an. Für heute nur ein Bild der Blütenpracht des ersten Halbjahres.

mañana zeige ich mehr

Eintrag vom 23.06.22

Der wilde wilde Garten muss noch warten. Ich zeige Euch einen Film von Kreisheimatpfleger Helmut Baer über die jüngere Geschichte Geslaus.


 Eintrag vom 25.06.2022

Bevor ich Euch Einblicke in meinen wilden, wilden Garten gebe, möchte ich Euch einen Film empfehlen: „Klima macht Geschichte“. Er stammt aus der ZDF-Mediathek und ist noch bis zum 18.01.2025 verfügbar. Aber youtube hat ihn schon entdeckt und dort ist er ebenfalls zu sehen, wahrscheinlich auch wenn er schon längst aus der ZDF-Mediathek verschwunden ist. Er hat mich sei Jahren beeindruckt und ich habe ihn immer wieder gezeigt. Also nehmt euch 43 Minuten Zeit, um ihn anzusehen, notfalls auch in Häppchen.

Eintrag vom 30.6.2022

In der Nähe von Geslau liegt Die Karrach. In den Wäldern um die Karrach hat man 30 Jahre nach dem Sturm Wiebke viel Holz  eingeschlagen, Die heutige Leitlinie der Forstwirtschaft lässt bewusst relativ viel Totholz in den Wäldern zurück.Dadurch wird abseits der Waldwege der Wald aber schwer begehbar, vor allem dann, wenn Brombersträucher oder gar Schlehen,  nit Dornen bestückt, um sich greifen – im wahrsten Sinn. Ich habbe mich, um Pilze zu suchen zu meinen alten Plätzen durchgekämpft. Gefunden habe ich keine – es war zu trocken. Gefunden habe ich einen schönen Landhegestein, den ich von einem Wanderweg aus schon erblickt habe.

So ein Stück Karrach habe ich auch in meinem wilden, wilden Garten – genauer zwischen einer unserer beiden Garagen und der Ligusterhecke unseres Nachbarn: Schlehenbüsche – durch „Anflug“ entstanden und Brombeerranken. Einen vollen Tag waren meine Frau bescäftigt, um dieser Art von Karrach Herr zu werden.

Eintrag vom 2.7.2022

Meine Bilder vom wilden wilden Garten brauchen noch einige Zeit und außerdem muss ich eine neue Seite beginnen. Selbst bei dem heute noch als schnellem Internet bezeichneten (Maximalgeschwindigkeit 100 ) dauert in meinem Dorf  der Aufbau der Seite einige Zeit. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen ich mit 16 kbit/s im Jahr ins Netz ging (heute redet man von Mbit/s, das ist der Faktor 1000)

Heuer scheint es in Geslau und Umgebung wieder viel Obst zu geben.
Einmaischen und Mosten war und Einmaischen ist  e i n   Hobby von vielen für meine Frau und mich. Mag sein, dass sie es für mich tut, denn trinken tut sie den Schnaps nicht. Derzeit sind die Kirschen an der Reihe. Vielleicht kann sie auch die Früchte am Baum verfaulen sehen. Und einen Pfirsichlikör habe ich vorgestern angesetzt in einem alten Glasballon  von vielen.
Wie schon erwähnt, besaßen meine Eltern zwei Gärten auf der Nordseite des Steinberges in Würzburg. Ich zeige Euch heute ein Bild von von einer Most- und Maischaktion – zusammen mit einem Freund – als es meinen Eltern schon schwer fiel die Arbeit zu erledigen.


Fortsetzung folgt mañana