Stettberger Weg

Stettberger Weg

Bis zum Aufbau der Tafeln stehen am Stettberger Weg die Tafeln des

LEADER-Lieder-Weges

Impressionen und Erinnerunngen




 

Karte

Stationen

Station „Dorfweiher“


 
Neben dem oben angegebenen Weiher gab es nach der Aufnahme im Rahmen der Dorferneuerung auch zwei innerörtliche Weiher. Der Weiher dient(e) für die Gänse des Dorfes und als Wasserquelle für andere Weidetiere, wie die Bezeichnungen in der Karte der Uraufnahme belegen. Um 1850 war die Wasserfläche des Teiches noch größer ausgebildet als heute. Die anteiligen Rechte der 25 Häuser an obigem Weiher, eingetragen auf das jeweilige Haus in der Uraufnahme, bestehen auch heute noch und sind vielfach noch in das Grundbuch eingetragen.

Der Weiher prägt den historischen Ortsrand von Stettberg und ist klassischer Elementtyp des historischen Dorfes von hoher kulturhistorischer Bedeutung.

Station „Ehemalige Maulbeerbüsche“

Schildau Maulbeerbaum Fruechte rotDie Anpflanzung von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht war im 19. und 20. Jahrhundert gang und gebe und wurde wie hier im Jahrbücher (Bd. 2 1830/31 bis 1832/33 ) der Stadt Ansbach aus dem Jahr  lobend erwähnt und vom Bayerischen Königreich propagiert.

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So ist von der Frau eines Müllers (nicht der Seidenmühle) in Gebsattel bekannt, dass auch sie die Seidenraupenzucht betrieb – wie viele andere in unserer Gegend auch.
Eine große Bedeutung erlange die Seidenraupenzucht zur Erzeugung von Fallschirmseide im der ersten hälte des 20. Jahrhunderts. Auch in Stettberg war dies der Fall. Nördlich des Dorfweihers wurden hierzu Maulbeerbäume gepflanzt.So ist von der Frau des

Station „Kirche St. Nikolaus“

Die Kirche St. Nikolaus wurde zwischen 1000 und 1250 im romanischen Stil erbaut als Filialkirche von  Wyler (heute Bergelen, Niederhof(en) und Wyler  ist Marktbergel) und gehörte zum Bistum Eichstätt.

Die Kirche unterlag zahlreichen baulichen Veränderungen. An der Südseite sind ursprüngliche Merkmale erhalten. Über dem Eingang befindet sich ein trapezförmiger massiver Sturz und zwei kleine romanische Fenster. Das Innere der Kirche wird vom mächtigen romanischen Chorbogen und der handgeschlagenen und bemalten Holzdecke bestimmt. 1618 wurde die Empore eingebaut. Die Kanzel und Schalldeckel stammt aus  der Zeit um  1775. Fünf der Füllungen sind mit biblischen Szenen bemalt. Der mit Blattgold verzierte Altar mit dominanten Kruzifix trägt das Wappen das Wappen Brandenburgs und Württembergs. Das Altarschild ist mit dem österlichen Opferlamm bemalt.  Die Bemalung des Chorbogens und der Fenster stammen von einem Maler aus Flachsland um 1700.

Die Näser-Orgel ist ein Werk eines  Orgelbaumeisters, der auch die Orgel des Ulmer Münsters gebaut hat.  Die Orgel ist im römischen Stil gebaut, der Organist/die Organistin blickt zur Gemeinde und nicht zur Orgel.

Die Kirche war ursprünglich Beate, Mariä, Virginis, St. Johannis Baptist geweiht. Auf Bemühen von Ulrich Plast, welcher Vogt vom Graf Ludwig von Hohenlohe war. Dessen  Bruder Albrecht von Hohenlohe, war Fürstbischof in Würzburg. Von diesem wurde Stettberg mit Cadolshofen vom Bistum Eichstätt gelöst und 1351  zur eigenen Pfarrei ernannt. Zugehörig war Birkach, Ullenhofen (abgegangen)  und Oberfelden. Die Reformation wurde 1528 durch Markgraf Friedrich den Frommen einführt. 1652 kam die Pfarrei Stettberg-Cadolzhofen wahrscheinlich durch Einwirkungen im 30-jährigen Krieg (Stettberg hatte gerade noch 11 Ein wohner und 1 Pferd)  zur Pfarrei Binzwangen. Stettberg und Cadolzhofen blieben jedoch selbständige Kirchengemeinden.

Wann die ehemalige BMV-Kirche zu St. Nikolaus wurde, ist bislang nicht eindeutig zu klären. Kirche, Friedhof und Friedhofsmauer sind als Bau- und Bodendenkmal geschützt.

Station „Steinbrüche Stettberg“

Nördlich von Stettberg befinden sich zwei ehemalige Steinbrüche im Schilfsandstein (Keuper), der hier nach Haunschild (1963/1964) in Flutfazies mit schöner Schräg- bzw. Kreuzschichtung ausgebildet ist. Der nördliche Steinbruch gehörte zu Haus 3 und 26, der etwas unterhalb gelegene Steinbruch zum Haus 17 in Stettberg. Der nördliche Steinbruch war schon vor der Uraufnahme (1834) in Betrieb und wies eine Fläche von 850 Quadratmetern auf. Vor 1955 wurde der Abbau eingestellt, die Abbaufläche betrug zu diesem Zeitpunkt 2.300 Quadratmeter. Damit dürften bei einer mittleren Aufschlusshöhe von 3 m vor der Uraufnahme ca. 2.500 Kubikmeter und danach nochmals 4.400 Kubikmeter, also insgesamt 6.900 Kubikmeter Schilfsandstein abgebaut worden sein. (Grundlage der Berechnung: Zeichen- und Messmodul, Zeitreise, Uraufnahme des BayernAtlas) Der südwestlich anschließende Steinbruch erscheint erst in der Revision von 1857 (in roter Farbe) mit einer Fläche von knapp 100 Quadratmetern. Bis zum Ende des Abbaus hat er eine Größe von 1400 Quadratmetern. Bei einer mittleren Höhe von (3 Metern wegen der Hanglage) wurden wohl rund 4200 Kubikmeter Werksandstein abgebaut. Auch dieser Steinbruch muss vor 1955 aufgegeben worden sein. Somit wurden insgesamt rund 11000 Kubikmeter Schilfsandstein, das entspricht einer 25 cm dicken, 2 m hohen und 22 km langen Steinmauer oder bei Hausmaßen von 10×5 m rund 730 Häusern gleicher Wandstärke und Höhe. Damit waren die Steinbrüche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Stettberg. Es gibt eine Postkarte aus der Zeit um 1911 (5-Pfennig-Marke Bayern), in der am Berg eine große Halle steht, in der wohl die Sandsteine weiter bearbeitet wurden.

Nach dem Schließen des Abbaus dient der nördliche Steinbruch bereits seit den 1950er Jahren (belegt durch nicht beigefügte Fotos) als Veranstaltungsort von Festen und nach Aussagen von Stettberger Bürgern als „Sportplatz“ der ehemaligen Stettberger Schule. Heute findet das Landjugendfest der ELJ Binzwangen (Stettberg gehört zum Kirchensprengel Binzwangen) und Sängerfeste im Steinbruch statt.

Station  „Ehemalige Hutungsflächen“


 

 

 

 

 

 

 

Literatur:

  • NN (1956): Beziehungen Detwangs zu Paris – Christian Friedle, der Ältere, über den einst schwungvollen Schafhandel, in „Der Bergfried“ Jg. 8, H7, 51-52

  • Schnurrer, Ludwig (1976): Zur Geschichte des Schäfertanzes und des Schäfertages, in „Die Linde“, 1976, S.24

  • Bachari,Mostafari (2003 ): Entwicklung der Schafbestände in Deutschland  in: Transmissible Spongiforme Enzephalopathie beim Schaf – Daten zum Schaf und zum Schaffleischverzehr als notwendiger Hintergrund zur Einschätzung des Schafes als Risikofaktor , Kap. 3 der Dissertation

 

Station „Blick auf den Mühlkanal und ehemalige Mühle“

Link zu „Erfassung Kulturlandschaftsforum Bayern“

Station „Steinkreuz“

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Das Steinkreuz steht auf Windelsbacher Grund. Der ursprüngliche Grund für die Setzung ist nicht genau bekannt.

Station „Ehemaliger Triebweg zum Kreuther  Weiher und fürstliche Grenze“


Vom Ortsteil Kreuth führt der Triebweg zur Hutung des Kreuther Weihers. Dieser verlief parallel zu 1753 versteinten Grenze zwischen dem Fürstentum Onolzbach (Ansbach) und dem Fürstentum Culmbach (Link: Grenze BO/BC)

Station „Denkmal der Flurbereinigung“

Anlass für die Notwendigkeit einer Flurbereinigung war der in den 1960er Jahren einsetzende Strukturwandel in der Landwirtschaft: der zunehmend notwendige Einsatz größerer landwirtschaftlicher Maschinen und die Aufgabe von Kleinst- und Kleinbauernhöfen und der Übergang zu Nebenerwerbsbetrieben. Die in Franken seit Jahrhunderten übliche Realteilung (alle Kinder erben einen Teil des Grundbesitzes bzw. Kulturlandes) hatte dazu geführt, dass die je Betrieb landwirtschaftlich genutzten Flächen immer kleiner wurden und verstreut über die Flur lagen. Man muss die Ergebnisse vieler Verfahren der Flurbereinigung unter dem Gesichtspunkt der damaligen Zeit sehen: Die Hauptaufgabe bestand darin, für die Landwirtschaft rentabel bewirtschaftbare Flächen zu schaffen (Zusammenlegung der Flurstücke, die Mischkultur von Obstbäumen und Feldern zu beseitigen), ein modernes, den Erfordernissen der Mechanisierung und der Zeit- und Kostenoptimierung entsprechendes Flurwegenetz zu bauen (–> Beispiel Gruppenflurbereinigung Schweinfurt Süd) und Maßnahmen der rückwärtigen Hoferschließung (Zufahrt des Hofes direkt vom Flurwegenetz), wasserwirtschaftliche Maßnahmen, wie z. B. Drainierung und Hochwasserschutz durchzuführen. Daneben standen weitere Aspekteim Vordergrund, deren Zielsetzungen teiweise miteinander kollidierten und nur durch Kompromisse gelöst werden konnten. Das öffentliche Ortsverbindungsnetz musste ausgebaut werden, um den Anforderungen des zentralörtlichen Systems (der ländlichen Bevölkerung zu ermöglichen, in vertretbarer Zeit die nun zunehmend nicht landwirtschaftlichen Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und Versorgungszentren zu erreichen) und den Erfordernissen des zunehmenden Verkehrsaufkommens gerecht zu werden. Die Gruppenflurbereinigung Obere Altmühl Das Neuordnungsgebiet Obere Altmühl bestand aus 17 Verfahren (Verfahren Auerbach, Bieg I, Bieg II, Binzwangen, Burghausen, Cadolzhofen, Dornhausen, Ermetzhof, Frommetsfelden, Geslau, Gunzendorf, Oberfelden, Poppenbach, Preuntsfelden, Schwabsroth, Stettberg, Windelsbach) mit einer Gesamtfläche von 8718 ha und hatte rund 2800 Einwohner, verteilt auf 23 Ortschaften und 8 Einzelhöfe. Insbesondere die Linienführung der St 2250 war äußerst ungünstig. Sie zwängten sich durch mehrere Dörfer, die für den Durchgangsverkehr erhebliche Engpässe bilden und auf Trassen aus dem 19. Jahrhundert verliefen. Die Gruppenflurbereinigung „Obere Altmühl“ wurde 1963 angeordnet. Neben der Flurneuordnung waren Aufgaben der Flurbereinigung, wie oben schon allgemein dargestellt: die Dorferneuerung, Aussiedlung und Umsiedlung von landwirtschaftlichen Gehöften, wasserwirtschaftliche Maßnahmen und solche, die den Belangen der Erholungsvorsorge und des Naturschutzes Rechnung tragen. Bei der Anordnung der Flurbereinigung waren weite Flächen des oberen Altmühltals baum- und strauchlos. Nur wenige Vorfluter hatten spärlichen Uferbewuchs. Die Landschaft wirkte ausgeräumt. In vielen Ortschaften waren die Straßen nicht geteert oder gepflastert.

1973/1974 erhielt die Gruppenflurbereinigung „Obere Altmühl“ den Staatspreis der Bayerischen Regierung. Das Denkmal für den Abschluss steht in der Nähe des Sportplatzes Geslau. Das Teilbeispiel Bieg war über 10 Jahre lang in einem bayerischen Erdkundeschulbuch Musterbeispiel für die Flurbereinigungsmaßnahmen. In Bieg wird auch ein Modell verwahrt.

Station „Ehemalige Furt über den Ödenbach“

Anfang des 18. Jahrhunderts (VETTER, 1709) bestand das Straßensystem in unserer Region aus einem Netz sog. unbefestigter Altstraßen, die ihren Ursprung überwiegend im Mittelalter hatten wie z.B. die Weinstraße oder die alten Handels- und Heerstraßen im Taubertal. Der Aufstieg auf die Frankenhöhe erfolgte über tief eingeschnittene Hohlwege (als Beispiele seien die Rote Steige oder die Schweinsdorfer Steige genannt (HEIM, online: a+b). Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war dies so und Entfernungen wurden mit dem Zeitaufwand angegeben. So betrug die Reisezeit von Colmberg nach Ansbach in dieser Zeit drei Stunden (Bundschuh, 1799 – 1804). Brücken waren nur an besonders wichtigen Stellen errichtet worden wie beispielsweise die Heubrücke bei Diebach (Köhler, online) oder die Altmühlbrücke in Frommetsfelden (16./17. Jhd.; DenkmalAtlas 2.0, online) oder die Doppelbrücke mit zwei Bogenreihen in Rothenburg (erbaut im 14. Jhd., in alter Form und breiter wiedererrichtet 1954-56; DenkmalAtlas 2.0, online). Erst mit dem überwiegend in bayerischer Zeit stattgefundenen Bau der Chausseen, die zum Unterhalt mit wegbegleitenden Gräbe

 

n und Chausseehäusern versehen waren, änderte sich die Situation. Ein Beispiel hierfür ist die Verbindung von Rothenburg nach Ansbach (HEIM, online: c), die von 1832 bis 1834 als Chaussee ausgebaut wurde. Untergeordnete Verbindungen des ländlichen Wegenetzes blieben z.T. bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts weitgehend ohne Pflasterung. Gewässerläufe wurden mittels Furten oder Stegen gequert wie z.B. in Stettberg. Gleiches gilt für die Verbindungsstraße von Geslau nach Windelsbach. Die Karte der Uraufnahme aus dem Jahr 1834 zeigt mit ihren Einträgen „Furthäcker/Furthwiesen“ und dem Kartenbild, dass Stettberg und Windelsbach von der Chaussee Rothenburg-Ansbach nur über Furten erreicht werden konnten bzw. über Stege als Teil von Fußwegen. Die Zufahrt zur Mühle in Stettberg war über eine hölzerne (nach Karte der Uraufnahme handelte es sich um eine steinerne Brücke) gesichert, die noch bis zur Flurbereinigung existierte. Im Jahr 1858 sind für den Übergang über den Ödenbach bei Stettberg im Repertorium des Atlasblattes von Ansbach drei Brücken (nicht differenziert nach hölzernen und steinernen Bauten) sowie zwei Stege bei der Stettbergermühle verzeichnet. Über die hier behandelte Furt wurde eine steinerne Brücke gebaut, die schließlich im Rahmen der Flurbereinigung durch eine neue ersetzt worden ist.